7. Kundenbarometer erneuerbare Energien

Kundenbarometer Titelseite: Grafik mit Häusern, Windrädern, einem Elektroauto und Radfahrern
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7. Kundenbarometer erneuerbare Energien

Rückhalt für das Schweizer Klimaziel und inländische Investitionen

81% der Schweizerinnen und Schweizer unterstützen den Beschluss von Bundesrat und Nationalrat, bis 2030 die Treibhausgasemissionen um 50% zu senken. In den Bereichen Gebäude und Verkehr, die jeweils für rund ein Drittel der Emissionen verantwortlich sind, stossen klimaschonende Investitionen auf Interesse bei der Bevölkerung. So würden 69% der Mieterinnen und Mieter lieber in einem Haus mit Solaranlage als in einem Haus ohne Solaranlage wohnen und 44% der Befragten können sich vorstellen, als nächstes ein Elektroauto zu kaufen. Zu diesen Ergebnissen kommt das 7. Kundenbarometer erneuerbare Energien, das in enger Zusammenarbeit der Universität St. Gallen mit Raiffeisen Schweiz entstanden ist.

Seit 2011 hat sich das Kundenbarometer erneuerbare Energien als eine der umfassendsten jährlichen Untersuchungen der Präferenzen der Schweizer Bevölkerung in Energiefragen etabliert. Die wissenschaftliche Leitung der Studie liegt beim Lehrstuhl für Management Erneuerbarer Energien der Universität St. Gallen. Raiffeisen Schweiz finanziert die Durchführung der Befragung und unterstützt die Entwicklung des Fragebogens. Im Kundenbarometer 2017 wurden einerseits zentrale Themen aus früheren Jahren wieder aufgegriffen, wie die gemeinschaftliche Finanzierung erneuerbarer Energien und die Energieeffizienz in Gebäuden. Auf der anderen Seite verstärkt die diesjährige Ausgabe den Fokus auf aktuelle Trends im Energiesektor wie Elektromobilität und Digitalisierung. Befragt wurden 1021 Personen aus der Deutsch- und Westschweiz im Januar und Februar 2017. Das Sample ist bevölkerungsrepräsentativ im Hinblick auf Geschlecht, Region, Bildungsstand und Parteipräferenzen. 

Rückhalt für das Schweizer Klimaziel

Das im Dezember 2016 verabschiedete UNO-Klimaschutzabkommen von Paris findet breiten Rückhalt in der Schweizer Bevölkerung. 81 % der Befragten halten die Entscheidung des Bundesrats, die CO2-Emissionen der Schweiz bis 2030 um die Hälfte zu senken, für richtig. 41% der Befragten sehen im Klimaschutz eine Marktchance für den Wirtschafsstandort Schweiz, indem klimafreundliche Technologien für den Export entwickelt werden.
10% halten die Beschlüsse von Paris für Panikmache und zweifeln am menschlichen Einfluss auf den Klimawandel.

Viele Akteure können die Energiezukunft gestalten

Soll die Schweiz künftig Strom importieren oder im Inland produzieren? Ginge es nach den Konsumentinnen und Konsumenten, würde der Strommix im Jahre 2030 zu 81% im Inland produziert werden und aus 87% erneuerbaren Energien bestehen. Die Befragten sehen dabei vielfältige Ansatzpunkte für die Gestaltung der Energiezukunft. 69% der Mieterinnen und Mieter würden, wenn sie sich zwischen zwei ansonsten gleichen Wohnungen entscheiden könnten, lieber in einem Haus mit Solaranlage auf dem Dach wohnen. 72% der Befragten würden es begrüssen, wenn ihre Bank auf dem eigenen Dach eine Solaranlage installieren würde. Und 61% der Befragten könnten sich vorstellen, sich an der Finanzierung einer gemeinschaftlichen Solaranlage zu beteiligen.

Elektromobilität bei jungen Kunden hoch im Kurs

Der aktuelle Umbruch in der Automobilindustrie spiegelt sich in den Aussagen der Befragten zum Thema Elektromobilität wider. 44% der Befragten können sich vorstellen, als nächstes Fahrzeug ein Elektroauto zu kaufen. Bei Männern (47%) liegt dieser Anteil etwas höher als bei Frauen (41%), und bei den unter 30-Jährigen (55%) markant höher als bei den über 60-Jährigen (31%). Neben Umweltaspekten machen auch Komfort- und Kostenaspekte Elektromobilität attraktiv: Die drei stärksten Treiber sind Klimaschutz, das bequeme Aufladen zu Hause und die geringen Betriebskosten. Grösster Engpass in der Wahrnehmung der Kunden ist nach wie vor die Zahl öffentlicher Ladestationen.

Lückenhaftes Energiewissen

Der Kenntnisstand der Konsumentinnen und Konsumenten in Energiefragen ist lückenhaft. 52% der Befragten wissen nicht, dass die CO2-Lenkungsabgabe über die Krankenversicherung an die Bevölkerung zurückerstattet wird. Ein Drittel der Befragten kann die beiden wichtigsten Quellen der Schweizer Stromerzeugung, Wasserkraft und Kernenergie, korrekt benennen. Die grösste Wissenslücke besteht im Hinblick auf die Importabhängigkeit: Lediglich 4% der Befragten wissen, dass 75% des Schweizer Energieverbrauchs (Wärme, Strom, Treibstoffe) heute durch Importe gedeckt wird, die übrigen 96% unterschätzen die Auslandsabhängigkeit.

 

Kontakt für inhaltliche Rückfragen:

Prof. Dr. Rolf Wüstenhagen, Lehrstuhl für Management erneuerbarer Energien, Institut für Wirtschaft und Ökologie (IWÖ-HSG), Universität St.Gallen, Tigerbergstrasse 2, CH-9000 St.Gallen

Mobile: +41 76 306 43 13, E-Mail: rolf.wuestenhagen@unisg.ch

Web: http://www.iwoe.unisg.ch/de/lehrstuhlmanagementee